Donnerstag, 14. März 2019

Mit Miss Talia und Bine Brände in den Frühling

Es wird mal wieder Zeit für einen Blogpost. Momentan bin ich so im Nähflow, dass ich gar nicht mehr dazu gekommen bin Fotos zu machen. Heute mag ich Euch aber endlich mal meine neue Bluse zeigen. 


Es ist eine Miss Talia geworden. Der Schnitt ist schon etwas älter und damals erschienen bei Lieblingsnaht. Nun bekommt Ihr Ihn bei der lieben Sandra von Mitosa Kreativ. Sandra und ich sind zusammen im Team "Bine Brändle" vom Stickbengel. Wir testen dort die zauberhaften Dateien die, die liebe Petra nach den Original-Vorlagen von Bine Brändle digitalisiert. Was liegt da also näher, als eine Miss Talia mit den neuen Bine Brändle Motiven zu besticken?! Die wundervollen Blumenmotive eigenen sich ganz prima dafür. Es gibt ja wirklich wenige Stickmotive die sich auch für Erwachsenenkleidung eignen. Viel zu wenig aus meiner Sicht. Aber dieses Blumen sind nicht nur zeitlos, sondern auch für jung und alt gemacht. Also nichts wie ran an die Stickmaschine.
Die Stickdateien bekommt ihr hier
Der Blusenstoff ist von Swafing. Es gibt ihn in weiß und in anderen Farben bei Unicata-handarbeiten im Shop. Eine wunderbare Qualität zu einem guten Preisleistungsverhältnis.
Aber auch den Schnitt mag ich sehr, denn durch die legere aber taillierte Passform und die Abnäher im Rücken zaubert er eine wirklich schöne Silhouette. Für mich ein idealer Schnitt. Auch die kleinen Pölsterchen auf der Hüfte verdeckt er auch ganz wunderbar ;-)
Irgendwie fehlte mir aber noch was und so habe ich noch eine kleine Pomponborte von Prym und ein dickes Satinband drangetüdelt. Ich fand es ganz niedlich und es passt doch gut zum Gesamtbild. Oder was meint Ihr?
Ich finde es ist ein richtiges Frühlingsteil geworden und hoffe dass das Wetter jetzt auch wieder etwas besser wird. Es hat bei uns die letzten Tage so schrecklich gewindet. Mit Schnee und Graupel und es war einfach furchtbar ungemütlich. Ideales Nähwetter aber nun möchte ich es bitte wieder etwas milder haben um meine neuen Frühlingsteile auszuführen. Es ist nämlich noch eine luftige Bluse hier entstanden und noch zwei/drei andere Sachen. Vielleicht komme ich am Wochenende dazu ein paar Fotos davon zu machen. 
Habt's erstmal fein. Bis zum nächsten Mal
Eure Colle

Viele Verlinkungen diesmal. Aber auch hier wieder: diese Seite benutzt keine Affiliate Links. Alle Links sind rein als Servicehinweis gedacht. Für Werbung werde ich nicht bezahlt und bin dazu nicht verpflichtet. Die Stickdatei wurden mir im Rahmen des Probestickens zur Verfügung gestellt. 


Dienstag, 26. Februar 2019

Trendy Sommertasche mit Bastboden


Mit dieser Tasche bin ich für den Sommer vorbereitet und auch sonst für alle Lebenslagen;-)
Sie ist so wunderbar wandelbar. Genau das richtige für mich. Mit verschiedenen Tragevarianten über die Schulter, mit Tragegriff oder als Rucksack kann man ganz flexibel entscheiden, worauf man gerade Lust hat. Wird gerade keine Tasche benötigt, schlägt man die obere Kante einmal um und erhält ein tollen Utensilo für Zuhause der Wollreste, Spielsachen oder andern Krimskrams beherbergen kann. 
Perfekt Match. Die Tasche aus dem Taschenboden LIV von Prym ist im Rahmen des Craftalong #PABCA entstanden. Die Anleitung dafür ist kostenlos und findet ihr einen Post vorher.

Die Tasche sieht natürlich auch in schlicht wirklich toll aus. Mein Ursprungsplan war eigentlich nur das tolle Lederlabel darauf zu nähen und einen Taschenbaumler in Form eines Ankers anzuhängen. Damit wäre sie absolut Capsule Wardrobe tauglich gewesen und hätte bestimmt eine viel breitere Masse angesprochen. So viel Getüdel ist momentan ja gar nicht so gefragt. Der Taschentrend geht hin zu schlicht. Die Tasche als Basic-Ergänzung zur Garderobe. Klingt auch wirklich super und ich habe es versucht. Der Wille war da, aber meine Webbandliebe und der Spaß am Verzieren war einfach größer. Wie ich es vor ein paar Wochen schon einmal geschrieben habe: Dieser Trend muss an mir vorziehen. Ich kann es nicht. Das bin einfach nicht ich.



Dafür ist hier wieder ein ganz individuelles Stück entstanden, was sogar wörtlich genommen meine Handschrift trägt. Der Schriftzug im Bullauge ist zwar mit dem Plotter aufgebracht, zuvor aber von mir per Hand gelettert worden. Ich habe ihn eingescannt und digitalisiert um ihn dann als Folie auszuschneiden. Sicher hätte es auch gut zur schlichten Variante mit Textilfarbe aufgemalt ausgesehen (Achtung: Oilskin lässt sich nicht beplotten!), wäre da nicht das Webband gewesen. Ich fand es passte einfach megatoll dazu. Das Muster welches dem Boden sehr ähnlich ist und die Farben. Perfekt Match in meinen Augen. Also musste Farbe her. Ich liebe es einfach meine genähten Sachen mit Webband zu verzieren. Bei mir herrscht einfach ganz große Webbandliebe 
Als Taschenbaumler habe ich zwei Pompons mit den neuen Makern von Prym gewickelt. Damit werden die Pompons so fest, dass man sogar das dicke Webband einarbeiten kann. Wie kleine Orden prangen sie nun an der Seite. Gefällt mir auch sehr gut. 
Wenn Ihr Lust habt, noch beim Craft Along einzusteigen, würde ich mich wahnsinnig freuen. Die Anleitung findet Ihr hier

Liebe Grüße
Eure Colle








DvD - Dings vom Dienstag





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Für Werbung werde ich nicht bezahlt. Der Taschenboden wurde mir kostenlos von Prym zur Verfügung gestellt. Alles andere selbst gekauft.


Montag, 25. Februar 2019

Anleitung und Schnitt für eine trendy Sommertasche

Blogpost enthält Werbung

Schön dass Du vorbei schaust!

Heute startet der praktische Teil des Craftalong PABCA von Prym mit Laurie, Lisa, Ekatarina, Alice und mir. Wir sind Ambassadors bei Prym und jede von uns hat einen Schnitt und eine Anleitung für Euch vorbereitet. Kostenlos. Es lohnt sich also, auch bei den anderen vorbei zu schauen. Ich verlinke sie Euch am Ende des Artikels.


Jetzt mag ich Euch erstmal meine Idee vorstellen. Ich habe eine richtig flexible Sommertasche genäht, die ihr ruckzuck in einer halben Stunde nachnähen könnt. Das besondere daran ist der Taschenboden "Liv" von Prym. Damit die Tasche auch möglichst flexibel einsetzbar ist, habe ich verschiedene Tragevarianten vorgesehen. Sie kann klassisch über der Schulter getragen werden, als Rucksack oder stylisch mit dem Seitengriff in der Hand. Und wenn Ihr die Tasche gerade mal nicht benötigt, kann man den oberen Rand einmal umschlagen und hat einen praktischen Utensilo mit viel Platz z.B. für Wolle oder Spielsachen oder was immer Ihr gerade ordentlich aufgeräumt haben wollt. 
Klingt gut? Dann freue ich mich, wenn Du dabei bist und zusammen mit mir in der kommenden Woche nähst. 


Materialien

Folgende Materialien benötigst Du: 52 cm Oberstoff, sowie 39 cm Innenfutter und natürlich den tollen Taschenboden LIV von PRYM, 2 D-Ringe, Gurtband 4 cm breit (je nach Variante zwischen 0,50 und 2,20 m), 1 Gurtversteller 4 cm, 2 Taschenkarabiner, eine Kordel, Ösen 11 mm, ein bisschen SnapPap und Tüdelkram je nach gefallen.



Tipp: Beim Oberstoff achte darauf, dass er ein wenig Stand hat. Ich habe dafür den FoyDryOilskin  in heavy von Snaply verarbeitet. Ein wirklich tolles Material, Kunstleder oder ein fester Canvas eignen sich aber genauso gut. Wenn meinen Stoffe nicht den nötigen Griff haben, arbeite ich sehr gern mit einer Verstärkung. Dafür verwende ich oft die H250 von Vlieseline. Wenn Euch Canvas also etwas dünner ist, bekommt Ihr damit den nötigen Stand damit die Tasche am Ende nicht zusammenfällt. 


Zuschnitt

Jetzt geht's auch schon ans Zuschneiden. Alle Zuschnitte bestehen aus simplen Rechtecken. Das geht ratzfatz und am Besten mit dem Rollschneider und einem Patchworklineal. Nachfolgend die Maße:
Oberstoff: 52 x 81,5 cm
Futterstoff: 39 x 81,5 cm
Innentasche aus Futterstoff: 28x15 cm
Schlaufen für Rucksackvariante: 4 Stücke aus Oberstoff á 7,5 x 11,5 cm
SnapPap: 3 Vierecke á 4x4 cm
Gurtband 4 cm breit: 1 Stück á 38 cm + 1 Stück á 12 cm + 1 Stück á   170 cm

Nähen

Wenn Ihr alles zugeschnitten habt, bereiten wir als erstes die Innenseite der Tasche vor. Am Besten fängt man mit der Innentasche an. Dazu faltet den Stoff einmal an der langen Seite rechts auf rechts. Näht an den offenen Kanten entlang einmal drumherum und lasst dabei eine Wendeöffnung von 5 cm. Wollt Ihr auch Eure Innentasche mit Webband oder Stickereien verzieren empfiehlt es sich dies vorher zu machen. Wendet die Tasche auf rechts, formt schön die Ecken aus, legt die Kanten an der Wendeöffnung nach innen und bügelt es einmal. So bekommt Ihr ein schönes ordentliches Ergebnis. Steppt die Oberkante einmal knappkantig ab.  

Jetzt wird die Tasche auf dem Futterstoff mittig mit einem Abstand von 6 cm zur Oberkante positioniert. Fixiert Euch die Tasche gut und näht einmal knappkantig herum. Die bereits abgesteppte obere Kante bleibt dabei offen. Da ich auch gerne immer mal einen Stift parat habe, habe ich mir hierfür auch noch ein Fach abgesteppt. Diese Naht verläuft im Abstand von 2,5 cm zur rechten Seite. Über die obere Naht setze ich immer noch ca. 1 cm lang einen kleinen Raupenstich den ich gut versiegele. Das verhindert auch bei starker Nutzung das Ausreißen der Naht.  Die Innentasche ist bei mir so ausgelegt, dass Handy oder Portemonnaie sowie ein Stift genau hinein passen. 
Tipp: Vielleicht haben die Sachen die Ihr griffbereit haben möchtet, aber ganz andere Maße. Kein Problem: Ändere die Größe der Innentasche einfach auf deine Bedürfnisse ab. Messe die Sachen aus und beachte dabei dass sie auch eine gewisse Tiefe haben, die du dazu addieren solltest.

Jetzt kommt die die Außenseite dran. Dazu positionieren wir als erstes die Taschengriffe. Das Gurtband welches ich verwendet habe, ist aus Stoff. Aus diesem Grund habe ich die Kanten mit einem Overlockstich versäubert. Gurtband aus Polypropylen kannst Du vorsichtig mit dem Feuerzeug versiegeln. 
Fangen wir mit der kleinen Lasche links an. Fädele den D-Haken auf das Band. Lege das Gurtband doppelt und positioniere es im Abstand von 18,5 cm zum linken und 14 cm von oberen Rand. Steppe mit einem Zickzackstich das Band unten auf. Ich habe das Viereck von 4 x 4 cm aufgenäht. Dies dient dem besseren Halt. Lege nun das Viereck aus SnapPap darüber. Das Viereck sollte deine Nähte komplett überdecken. Nähe das Viereck nun knappkantig auf. Ein besonders schönes Ergebnis erzielst Du, wenn Du hier ein etwas dickeres Garn und eine größere Stichlänge wählst. Ich nähe zusätzlich immer noch ein Kreuz auf. Außerdem versiegele ich die Nähte bei SnapPap immer auf der Rückseite mit der Hand. Also ich nähe am Anfang und Ende der Naht nicht vor und zurück, denn das Material verzeiht keinen Fehlstich und perforiert sehr schnell. Wenn ich die Fadenenden per Hand auf die Rückseite ziehe und dort versiegele sieht es wesentlich ordentlicher aus. Das ist natürlich etwas mehr Arbeit, aber ich finde die Mühe lohnt sich.


Tipp: Zum Fixieren von Gurtband eignen sich wunderbar die Stylefix-Patches von Farbenmix. Damit kannst Du alle Lagen festkleben und anschließend drüber nähen ohne dass dir irgendetwas verrutscht. Wunderbar komfortabel.




Der Griff auf der anderen Seite wird nach dem gleichen Prinzip gefertigt. Nehme Dir dafür das 38 cm lange Stück, fädele das D-Stück ein und falte 6 cm nach unten. Nähe das band mit einem Zickzackstich auf und positioniere darauf wieder das Viereck. Das untere Ende hat einen Abstand von 11 cm zum unteren Rand. Beide Vierecke wieder einen Abstand von 18,5 cm zum rechten Rand.
Nun nähen wir die Schlaufen für die Rucksackvariante. Nehme dafür die beiden kleinen Stücke aus dem Oberstoff. Falte sie an der langen Seite links und rechts einmal zur Mitte hin. Nun noch einmal umklappen und links und rechts knappkantig absteppen. Auch hier habe ich wegen des dickeren Materials wieder eine große Stichlänge gewählt. Meine Faustregel dabei ist: Je dicker oder gröber das Material desto großer die Stichlänge der Ziernähte. In dem Fall habe ich mit der Stichlänge 4,5 gearbeitet. Das ist natürlich auch Geschmacksache. Ich mag das Ergebnis aber sehr. 
Sind die Schlaufen vorbereitet werden Sie mit einem Abstand von 10 cm zur linken und rechten Seite positioniert. Ich lege beide Enden an der unteren Kante an und fixiere sie knappkantig mit einem Zickzackstich. Die anderen beiden Laschen dienen der Fixierung des oberen Gurtbandes für die Rucksackvariante. Klappe die Enden schmal um, positioniere sie mit Abstand von je 6 cm zur Außenseite und 14 cm zur Oberkante und steppe sie Schmalkantig mit einem engen Raupenstich auf. 

Möchtest Du Deine Tasche gerne noch mit Labeln, Stickereien, Plotts oder ähnlichem vierzieren, so ist jetzt die letzte Gelegenheit dafür. Jetzt siehst Du gut wo Du noch freie Flächen hast und kannst sie anbringen. Anhand der Schemazeichnung kann man dies natürlich auch schon vorher machen. Ich habe mir noch eine Applikation angefertigt - übrigens selbst handgelettert und Webband und ein Label angebracht. Die fertige Tasche sieht aber auch ohne viel Chichi gut aus. Ein Label und eine hübsche Kordel am Ende wirken auch sehr edel. 
Jetzt legen wir den fertig vorbereiteten Oberstoff und den Futterstoff rechts auf rechts aufeinander. Achte darauf, dass Du das Futter nicht falsch herum auflegst. Die offene Seite der Innentasche schaut in Richtung der D-Ringe. Nähe entlang der oberen Kante. Lege das fertige Teil so vor Dich, dass dich die recht Seite anschaut. Der Oberstoff unten, das Futter oben. Klappe es nach rechts und nähe entlang der rechten Kante. Achte darauf, dass sich die Nähte beim Übergang von Futter- und Außenstoff treffen. Nun wendest Du den Außenstoff und ziehst die Kante bündig zur Kante des Futterstoffs. Die rechte Seite des Oberstoffs ist außen, der Futterstoff mit der Tasche innen. Der Oberstoff ragt nun etwas in die Innenseite. Das ist richtig. Kontrolle nochmal ob alles passt und versäubere die untere Kante. Ich habe die Kante mit der Overlock versäubert. Ein Zickzackstich tut es aber genauso gut. Jetzt legst Du die Teile glatt vor Dich und kontrollierst den Abstand der oberen Kante. Er ragt 6 in das Innere der Tasche. Die obere Kante wird einmal knappkantig und einmal im Abstand von 5,8 cm zum oberen Rand abgesteppt. 

Jetzt werden die Ösen mittig in diesem Bereich angebracht. Insgesamt benötigst Du 8 Ösen. Meine haben einen Durchmesser von 11 mm. Bringe die Ösen schön gleichmäßig an. 
Fast fertig: Nun wird es noch einmal spannend. Stecke dir deine Tasche am Boden fest. Achte auf einen gleichmäßigen Abstand. Mir war meine angebrachte Webbandkante dabei eine große Hilfe. Nun wird der Boden angenäht. Verwende einen möglichst reißfesten Faden dafür, damit Du dich am Ende nicht ärgerst. Das Annähen funktioniert am Besten mit der Freiarmfunktion der Nähmaschine. 
Nun kannst Du die Kordel einfädeln. 
Fehlt nur noch der Gurt: Nehme das lange Stück Gurtband und fädele den Gurtversteller auf. Nehme ein Ende und bringe den Karabiner an. Fädele den anderen Karabiner ein, fädele das Stück durch den Gurtversteller und nähe auch dieses Ende an. Fertig. Wie Du richtig fädelst, ist hier bei Handmade Kultur wunderbar erklärt. 
Das ging doch fix, oder? 
Den stylischen Taschenboden bekommt Ihr u.a. beim Nähpark oder bei Amazon. Lasst Euch bei Amazon nicht von der schlechten Bewertung in die Irre führen. In der Bewertung schreibt die Dame, dass der Boden eine schlechte Qualität habe und sich die Kante beim Umhäkeln aufgeribbelt habe. Logisch, denn der Boden ist nicht dafür gemacht dort mit einer dicken Häkelnadel einzustechen. Lt. Beschreibung auf der Rückseite er für die Verarbeitung mit der Nähmaschine gedacht und das funktioniert auch ganz wunderbar. Mein Boden hat überhaupt keine schlechte Qualität und auch die ersten Praxiseinsätze hat er völlig unbeschadet überstanden. Ich finde ihn wirklich toll, weil es mal was anderes ist. 


Ich wünsche Euch viel Spaß beim Nacharbeiten. Morgen gibt es noch einen Blogpost wo ich meine Tasche im Detail nochmal genau vorstelle. Hier wird es heute sonst zu lang. Eigentlich sollte der Post dazu ja schon letzte Woche raus. Leider habe ich das aber zeitlich nicht ganz geschafft. Wer trotzdem jetzt schon neugierig ist, der klickt sich mal auf meinen Instagram-Kanal. Dort findet Ihr schon einige Bilder dazu. Solltet Ihr Eure Werke auch posten wollen, verwendet bitte den Hashtag #PABCA dafür dann finden wir Euch. Wir sind ganz gespannt was Ihr für Taschen näht.

Weitere Anleitungen findet Ihr z.B. bei Laurie. Sie hat einen Rollrucksack vorbereitet. Lisa von Stoffreise hat eine Häkelanleitung für Euch, Bei Lovediycater könnt Ihr praktische Turnbeutel nähen und Alice hat ebenfalls aus dem Bastboden eine Tasche für Strickutensilien mit der Strickmühle gezaubert. 

Auf Instagram nehme ich Euch beim Nähen etwas mit. Wir sehen uns. 
Habt's fein. Ich bin sehr gespannt auf Eure Werke. 
Eure Colle

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Donnerstag, 7. Februar 2019

Lady Comet und die Überlegung Capsule Wardrobe ja oder nein

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Ja, ich habe es getan! Genug gestreichelt, jetzt habe ich die wundervollen Wendepailletten von Wunderpop im Lila Lotta Design endlich vernäht. Bär "Henning" ist ja schon länger mein guter Freund. 



Er begleitet mich auf Reisen (vielleicht kennt Ihr noch mein Designbeispiel der Reisetasche von der Taschenspieler 3 CD); 
schaut mit uns TV (der Kranz der ursprünglich für die Wohnungstür im Flur gedacht war hängt immer noch im Wohnzimmer … ich hab mich immer noch nicht dran satt gesehen.) 
und nun begleitet er mich auch im Alltag auf meinem neuen Hoodie. - Ich mag ihn wirklich sehr.

Lady Comet mein Wohlfühlhoodie

Genäht habe ich diesmal eine Lady Comet von Farbenmix bzw. Mialuna. Ein lässiger Hoodie, schön kuschelig lang aus wunderbarem Sweat von Snaply. Der schwarze Stoff hat lauter kleine bunte Pünktchen eingearbeitet. Ich finde ihn total genial. Kombiniert habe ich den Stoff mit den coolen Retrobündchen aus Mamas Shop und der tollen Wendepailletten-Applikation. Definitiv ist dieses Teil gerade eines meiner Lieblingsstücke. Er sieht den Kleiderschrank nur selten von innen. Meist wird er nach der Wäsche gleich wieder angezogen. Es ist so genau mein Ding. 
Wobei schwarz nicht unbedingt zu meinem favorisierten Farben gehört. Ich mag sehr Blau/Petroltöne und auch Pink/rosa/rot. Schwarz finde ich oftmals sehr hart. Blau ist weicher, harmonischer und passt irgendwie besser zu mir. Trotzdem vernähe ich manchmal schwarz. Ich mag Abwechslung und mit den kleinen bunten Pünktchen kam ich an diesem Stoff auf keinen Fall vorbei. 
Wie ist das bei Euch? Seit Ihr in einem Schema eingefahren? Kennt Ihr Euren Stil und die Farben, die Euren Typ am besten hervorheben?

Kürzlich habe ich bei Elle Puls an der Farbchallange teilgenommen. Die Aktion ging über 5 Tage. Jeden Tag gab es eine kleine Aufgabe zu bewerkstelligen. Dazu gab es viel interessantes an Informationen und Denkanstöße. Der Name "5 Tage - 5 Impulse" war wirklich sehr passend und ich fand es sehr gut und informativ. Elke hat sehr viel erklärt zum Thema Helligkeit, Intensität, Kontrast und Temperatur. Welche Farben befinden sich in meinem Kleiderschrank und wo will ich hin mit meiner Garderobe? Es waren 5 Tage in denen ich mich mit mir und meiner Kleidung intensiv auseinandergesetzt habe. Ich habe viel ausprobiert und ein paar Aha-Erlebnisse gehabt. Es gibt aber auch Dinge über die ich mir noch nicht einig bin.

Capsule Wardrobe: Ist das was für mich?

Absoluter Trend in diesem Jahr ist ja das Thema Capsule Wardrobe. Als ich die ersten Beiträge dazu gelesen habe, dachte ich: super. Wie einfach und so toll erweiterbar und dabei noch so schön aufgeräumt. Das ist die Lösung für einen ordentlichen übersichtlichen Kleiderschrank. Ein Griff und das Outfit für den Tag steht. Kein Nachdenken, alles passt zusammen. Das spart auch morgens Zeit. Auf jeden Fall klingt das sehr verlockend. Aber ist das wirklich was für mich? 
Da wären wir zurück bei wieder bei Challenge: Um alles miteinander kombinieren zu können, müsste ich wissen an welches Farbkonzept ich mich halten muss und mein Stil kennen. Elke bietet zu genau diesen Themen Kurse an. Zum einen eine Farbberatung und einen weiteren Kurs zur Stilfindung. Beide Themen finde ich sehr spannend. Ich habe mich im Rahmen der Challange sehr intensiv mit mir und meiner Kleidung beschäftigt. Dennoch habe ich noch nicht auf alle Fragen eine Antwort. Denn was ist überhaupt mein Stil? Habe ich überhaupt einen? Prinzipiell würde ich grob sagen, sportlich chic. Also gemütlich muss es sein. Es darf auch gern mal chic sein.
Aber ich könnte mir nicht vorstellen immer in Pumps und Blazer unterwegs zu sein. Trotzdem mag ich es ab und an sehr gern. Danach schmeiße ich mich aber auch wieder in einen Hoodie wie ich mir jetzt genäht habe. Irgendwie habe ich verschiedene Facetten, welche ich je nach Stimmung auslebe. Meine Farben kenne ich. Theoretisch. So wie links auf dem Bild ist es harmonisch für mich. Ich stelle sogar fest, dass sich ganz von allein, immer mehr meiner selbst genähten Sachen untereinander kombinieren lassen. So passt z.B. mein Cardigan Ana, den ich schon vor langer Zeit genäht habe, perfekt zu meinem neuen Caroshirt. (Bild links)
Dennoch glaube ich, dass mich ein festes Farbkonzept irgendwie einschränkt. Ich mag es bunt und ich brauche Abwechslung. Bei allem was ich tue. Ich hasse es immer das Gleiche tun zu müssen. Weil dass so ist, finde ich es auch so wahnsinnig schwierig meinen Stil zu definieren. Habe ich überhaupt einen Stil? Ich glaube es irgendwie nicht. Vielleicht wüßte Elke eine Antwort darauf. Ich liebe was ich tue, aber ich finde keine Schublade die für mich passt. Ich bin so wie ich bin. Habe tausend Ideen im Kopf und die müssen raus. Mal ist es chic und aufgeräumt und mal bunt und oft auch nicht so richtig erwachsen. Man siehe meinen neuen Bärenpullover. Aber ich bin wie ich bin und ich fühle mich wohl so. Was sollte ich nur in einer Capsule Wardrobe mit meinen Taschen machen? Meine Lieblingstaschen sind bunt, verspielt und kreativ und sie passen so gar nicht in eine aufgeräumte Garderobe. Auf sie mag ich aber auf keinen Fall verzichten. 
Also ich werde noch ein wenig über das Thema nachdenken und schauen was ich für mich bewusster umsetzen möchte. Was meinem Kleiderschrank glaube ich wirklich fehlt, sind ein paar Kontraste in Form von Accessoires. Tücher, Schmuck und Schuhe. Solche Dinge habe ich nicht viel und damit auch nicht viele Kombinationsmöglichkeiten. Daran möchte ich auf jeden Fall noch etwas arbeiten und dann schauen was sich dadurch schöner miteinander kombinieren lässt. 


Vielleicht finde ich noch meinen Stil oder den wo ich hin möchte. Aber er bekommt nur eine Chance wenn er mich nicht einengt. Ich möchte frei sein. In meinem Entscheidungen und in meiner Kreativität. Einschränkungen gibt es genug im Leben. Mein Hobby möchte ich mit all meiner Leidenschaft ausleben. Neues Lernen, Entdecken Ausprobieren. Mal darf es klar, dezent und zart sein, aber auch verspielt, bunt und intensiv. Es ist vielleicht kein fester Stil den ich habe, aber all das bin ich. Und all das spiegelt sich in dem wieder was ich Nähe. 

Capsule Wardrobe ist der Trend 2019. Nur ich schwimme vermutlich mal wieder gegen den Strom. Aber das bin ich wohl ich und ich find mich ganz in Ordnung so wie ich bin. 

Habt's fein. Nächste Woche zeige ich Euch meine andere Seite. Ich habe mir eine Bluse genäht und mit Blumen bestickt. Luftig, leicht, verspielt. Vielleicht habt Ihr Lust wieder vorbei zu schauen.
Liebe Grüße
Eure Colle
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Donnerstag, 24. Januar 2019

Lola näht

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Neues Basics-Shirt 

Lola näht … nein eigentlich nicht "Lola", sondern vielmehr das Moppel ich.  Aber das Schnittmuster heißt "Lola" und mit dem Plott vorn drauf, fand ich die Überschrift irgendwie passend;-) Ich brauche dringend ein paar neue Klamotten. Das ein oder andere werde ich Euch sicher hier noch zeigen. Sagen wir es mal so: Aus den alten Sachen bin ich rausgewachsen.
Meine Winterfarbe in diesem Jahr ist Petrol. Ein Farbton den ich schon immer sehr mag und der mich aktuell aber sehr oft begleitet. Ein wenig "Gitte" in toller Swafing-Qualtität von Mama hatte ich noch liegen. Perfekt für noch ein wunderbares Wohlfühlteil. Denn das ist der Schnitt "Lola" von Bela Stoffe auf jeden Fall. Offen gestanden war ich ursprünglich etwas skeptisch. Der Schnitt ist vorn etwas kürzer geschnitten als hinten und vielleicht erinnert Ihr Euch an mein Kibadoo-Shirt vom Sommer. Ein toller Schnitt und ein tolles Shirt - aber für meine Figur ein echter Fail. Die liebe Sabine von farbenmix hatte auf Ihrem neuen Blog Format nähen anhand einer Fotomontage gezeigt, wie viel gefälliger das Shirt an mir wirkt, wenn der Saum begradigt wird. Ich war offen gestanden wirklich etwas enttäuscht dass es so ist,  denn mir gefällt der schräge Saum wirklich gut. Aber Sabine hat definitiv Recht, dass die Schnittführung für mich nicht besonders viel tut. 

Die Schnittführung

Lola's Saum ist zwar auch etwas schräg geschnitten, aber wesentlich dezenter und das Shirt ist vorn auch eine ganze Ecke länger. 3 Zentimeter können einen Riesenunterschied machen, wie Sabine es beschrieben hat. Auf jeden Fall. In diesem Schnitt fühle mich aber wohl. Hinten hat er eine Mittelnaht, der meinem Hohlkreuz auch sehr entgegenkommt. Sie verleiht dem Shirt eine schöne Passform und das auch bei einer aktuell etwas größeren Größe.  Genäht habe ich eine 46.
"Lola" kann man übrigens auch als Hoodie mit Kapuze nähen. Aufgrund meiner Skepsis habe ich es aber erstmal bei einem schlichten Basic belassen. Ich denke aber die Hoodieversion werde ich noch nachholen. Oder was meint Ihr?
Der Plott ist übrigens auch von Bela Stoffe und gehört zur Serie "Nähliebe". Wer keinen Plotter hat, kann dort auch die fertigen Bügelbilder erwerben. Praktisch oder? Bela Stoffe ist ja das Stoffgeschäft hier in Kassel vor Ort. Einen Plotter habe ich ja, deshalb finde ich besonders praktisch, dass es dort auch Folien gibt. Das spart mir die Versandkosten und ich kann auch mal nur eine Farbe kaufen oder nur ein kleines Stück, je nach dem was gerade fehlt. Die kupferfarbene Flexfolie und die Metalicfolie habe ich auch dort vor Ort gekauft.

Petrol und Kupfer

Die Kombination von Kupfer und Petrol gefällt mir sehr gut. Ein Oberteil welches ich auch gut im Büro tragen kann. Ich hoffe nur dass mein Chef nicht so genau liest was da auf meiner Brust geschrieben steht. Ich glaube ihm gefällt es besser wenn ich mein Hirn bei der Arbeit anschalte;-)

Ich wünsche Euch noch eine schöne Restwoche.
Liebe Grüße
Eure Colle
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Dienstag, 22. Januar 2019

Mein erster Quilt - Resteverwertung de luxe

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Nehmt Euch einen Kaffee. Ich glaube dieser Post wird lang. Mein erster Quilt ist fertig und ich bin stolz und glücklich und einfach nur überwältigt von den vielen lieben Kommentaren die mich dazu schon auf Instagram erreicht haben.

Mein Trianglequilt


Der Blogpost dazu ist mir eine Herzensangelegenheit. Ich versuche hier mal alle Tipps und Tricks dazu in eine Form zu bringen.
Also vorweg:
Dieses ist mein erster Quilt und ich alles andere als ein Profi. Ich teile hier nur meine Erfahrungen dazu und gebe Tipps weiter die mich erreicht haben. Dann könnt Ihr es, wenn Ihr einen Quilt in dieser Art nachmachen möchtet, besser machen wie ich;-) Denn den ein oder anderen kleinen Fehler habe ich eingearbeitet. Nobody is perfect. Aber vielleicht hat ja der ein oder andere Lust bekommen einen Trianglequilt zu nähen. Auf jedem Fall ist mein Beitrag auf Instagram so oft gespeichert worden, wie kein anderer von mir. Yeah!

Ich freue mich immer sehr wenn ich ein Euch wenig Inspiration geben kann. Wobei der Stern ganz klassisch für die Dreiecke ist und keine Erfindung von mir. Soviel sei auch dazu gesagt. Ich habe es nur auf meine Art interpretiert. 

Das Material

OK, fangen wir mal an. Alles was Ihr braucht ist ein wenig Geduld, Stoffreste, 2 Meter Stoff für die Rückseite und Vlies für die Füllung. Das Vlies habe ich bei meiner Mama geshoppt. Das praktische an dieser Einlage ist dass sie von Hause aus schon über 2 Meter Breite mitbringt. Da musst nichts mehr angestückelt und zusammengenäht werden, was dann später drücken oder auftragen könnte. Ich verlinke es Euch hier mal. 
Apropos Stoffreste: Ihr braucht schon einige davon. Bei mir fing alles damit, dass ich mein Stoffregal aufgeräumt habe. Ich nehme dazu immer eine Falthilfe die ich mal auf Amazon gekauft habe. Damit bekommen alle Stoffe exakt die gleiche Größe und ich kann sie gut Stapeln. Die Falthilfe gibt es in zwei Größen. Die kleine finde ich perfekt für Reste. Die schönsten Stoffe wandern ins Regal, der Rest in durchsichtige Kisten vom Möbelschweden. So habe ich den perfekten Überblick. Räusper, räusper. Naja fast. Also theoretisch zumindest.

Das Werkzeug

Wichtig für ein gutes Gelingen ist auch immer das richtige Werkzeug. Alle Dreiecke habe ich mit dem 60 Grad Quiltdreieck von Prym zugeschnitten. Am einfachsten geht das mit einem Rollschneider und einer Schneidematte. Meine Dreiecke sind 12 cm groß und sollten wirklich sorgfältig zugeschnitten werden. 

Das weiß ich aus Erfahrung. Dieses ist zwar mein erster Quilt den ich FERTIG bekommen habe,  offengestanden aber schon mein dritter Anlauf. Mein erster Versuch war ein Federquilt. Die Anleitung dazu war wie so oft in Inch. Da ich keinen Inch-Nähfuß habe, habe ich das ein oder andere Mal vergessen die Nahtzugabe umzustellen. Damit passt es dann natürlich nicht mehr. Also habe ich oft getrennt, neu gemacht, die Lust verloren, angefangen zu fuschen. Das Ende vom Lied war, dass ich nach rund der Hälfte die Nase gestrichen voll hatte und ich mit dem Ergebnis so gar nicht zu frieden war. Ein (teures) Projekt für die Tonne also. Mein zweiter Versuch war ein Origamiwolf den ich mit Paperpiecing-Technik nähen wollte. Vielleicht habt ihr auch die tollen Poster auf Pinterest gesehen. Origamitiere waren ja mal sehr trendy. Ich habe mir die Mühe gemacht einen solchen Wolf für ein Patchworkprojekt zu zeichnen, in Farben aufzuteilen und Schablonen dafür zu erstellen. (Eine Wahnsinnsarbeit schon im Vorfeld). Und nicht dass ich je schon mal was in Paperpiecing-Technik genäht hätte. Ihr ahnt wie es endete: Ebenfalls in der Tonne. Es ist mir zu unsauber geworden, dauerte Ewigkeiten und niemals hätte ich es geschafft die ganzen Teile im Nahtschatten zu quilten. Also, dieser Versuch sollte jetzt möglichst wenig Kosten. Der Glaube an mich war stark angeknackst nach diesen Pleiten und ich wollte nicht nochmal so viel Material kaufen für ein Projekt welches ich nicht zu Ende führe. Diesmal sollte es einfach sein. Nichts kompliziertes und mit normaler Nahtzugabe. Nichts wo ich dran denken muss in Inch umzurechnen und die Maschine umzustellen.
Der Stern besteht aus 54 bunten Dreiecken die ich nach Farbverlauf sortiert habe. Ich habe ein paar mehr Dreiecke geschnitten als nötig waren und habe mir das Muster zunächst auf dem Boden zurecht gelegt und so lange Stoffe hin und her geschoben bis ich zufrieden war. Es ist erstaunlich wie unterschiedlich die Wirkung ist, je nach dem wie harmonisch man die Stoffe zusammen kombiniert. Danach habe ich die hellen Dreiecke aufgefüllt (insgesamt 107) und auch hier auf eine harmonische Kombination geachtet. 

Zusammennähen und organisieren


Mir war klar, dass ich dieses Projekt nicht an einem Tag oder Wochenende genäht hätte, daher habe ich mir Reihe für Reihe systematisch zusammengelegt und ordentlich beschriftet. So konnte ich jederzeit aufhören und wieder anfangen ohne Kuddelmuddel. Das hat auch echt gut geklappt. Erst habe ich die einzelnen Dreiecke zu Reihen vernäht und diese anschließend zusammengenäht. Wichtig beim Patchworken ist immer das Ausbügeln der Nahtzugaben. Ich habe jede Naht der einzelnen Dreiecke auseinandergebügelt. Ebenso wie jede Naht der zusammengeführten Reihen. 
Es gibt wohl aber, wie ich später erfahren habe, zwei Möglichkeiten dies zu tun. Ich kannte nur die eine Variante. Möglich wäre es aber auch gewesen alle Nähte zu einer Seite zu bügeln. In meinem Fall wäre dies auch besser gewesen. Aber dazu später mehr. 
Soweit so gut. Mein Plan war ehrlich gesagt das ganze einmal in dem helleren, leicht marmorierten Stoff einzurahmen. Schlau wäre gewesen, wenn ich die langen Streifen als erstes zugeschnitten hätte. Also bevor ich die einzelnen Dreiecke geschnitten habe. Jetzt hätte ich nämlich stückeln müssen; was mir gar nicht gefiel, oder ich musste improvisieren. Im Improvisieren bin ich Profi ;-). Bzw. ändern sich meine Nähpläne im Kopf ohnehin ständig. Beim Nähen kommen mir immer nochmal andere Ideen. Ich wüsste nicht, wann ich mal ein Teil vollständig so genäht hätte, wie ich es anfangs geplant habe. Das kommt sehr selten vor bei mir. Naja so kam es, dass ich den Stern nur links und rechts eingefasst habe und die Farbverläufe oben und unten bis zu den Seiten habe durchlaufen lassen. Mir gefällt das glaube ich sogar besser wie mein Ursprungsplan. Für diese Streifen habe ich nochmal 54 helle und 54 bunte Dreiecke benötigt. Mit der Einfassung (nach dem Trimmen) bin ich so auf eine Größe von 136 x 189 cm gekommen. Fast perfekt, so in etwa wollte ich es haben. Von der Größe her wäre es noch etwas schöner gewesen, wenn ich je eine Reihe quer und längs mehr gehabt hätte. Dann allerdings hätte ich den Stern nicht mittig positionieren können. Das hätte mich aber gestört. Aber so groß bin ich ja nicht und die Decke ist völlig ausreichend für mich, um mich darin einzukuscheln.
Bis hierhin war es für mich noch der spaßige Teil. Aber jetzt nachdem das Topp fertig war, ging es daran die Lagen zusammenzuführen und die Nähte zu quilten. Davor hatte ich wirklich große Angst, denn näht man sich anschließend lauter Falten rein und legt quer über das schöne Muster unsaubere Nähte, hat man sich am Ende doch noch alles versaut. Ganz perfekt ist es mir nicht gelungen jeden Nahtschatten zu treffen aber für's erste Mal bin ich doch ganz zufrieden. Auf jeden Fall ist es mir gelungen keine einzige Falte reinzunähen, worüber ich wirklich sehr froh bin. Für diesen Punkt ist die richtige Vorbereitung das A und O und an dieser Stelle kann ich nur nochmal ein riesiges Dankeschön an meine Instagram-Community aussprechen. Ohne die vielen super Tipps die ich dort in meiner Story zu dem Thema bekommen habe, wäre ich nicht so weit gekommen.  
Ich bin folgendermaßen vorgegangen: Als erstes habe ich meinen Stoff für die Rückseite ordentlich gebügelt und mit Klebestreifen (am besten eignet sich Malerkrepp) auf dem Laminatfußboden befestigt. Leider habe ich keinen Teppichboden oder Rahmen wo ich es besser hätte fixieren können. Aber so ging es auch. Darauf habe ich das Vlies gelegt und so lange glatt gestrichen bis keine Falte mehr im Stoff war und alles glatt lag. Darüber habe ich nun das Topp gelegt und ebenfalls glatt gestrichen, bzw. soweit mir möglich auch glatt gebügelt. Dann habe ich die Hälfte vorsichtig wieder eingerollt und das freiliegende Vlies mit temporären Spühkleber benetzt. Ich bin in Schritten von ca. 30 cm vorgegangen. Also Kleber 30 cm gesprüht und 30 cm vom Topp darüber aufgerollt. Dabei habe ich den Stoff immer schön glatt gestrichen so dass keine Falte mehr drin war und die Lagen sauber aufeinander trafen. So habe ich mich vorgearbeitet und anschließend das Ganze noch mit extralangen feinen Quiltnadeln zusammengesteckt. Noch besser sind wohl gebogene Sicherheitsnadeln, die es extra dafür gibt. Ich habe mir aber die zusätzliche Mühe gemacht und grob noch mein Muster mit der Hand geheftet. D.h. einmal gekreutzt durch das Mittelteil, einmal oben und unten mittig der Querstreifen sowie einmal um den Stern. Wie ich bei meinen beiden Fehlversuchen ja gelernt habe, ist eine saubere Vorbereitung wirklich wichtig für das Endergebnis und ich habe hier lieber ein wenig mehr Zeit aufgewendet. Ganz sicher ist der Zeitaufwand kleiner als später zu trennen und von vorn mit dem Sandwich zu beginnen. 
Jetzt konnte ich den Quilt auf jeden Fall gut rollen um ihn zu quilten. Ich habe mich dazu entschlossen die Nähte im Nahtschatten zu nähen. Mir persönlich gefiel dies am Besten. Wie ich im Nachhinein erfahren habe, war das nicht ganz so schlau. Da ich die Nahtzugaben auseinander gebügelt habe, wäre es klüger gewesen, knapp neben der Naht zu steppen, denn so verbinden sich die Stoffe besser miteinander. Klingt logisch oder? Da ich im Nahtschatten nähen wollte, wäre es also besser gewesen, ich hätte alle Nähte zur Seite gebügelt. Nun ja, das ist jetzt nicht mehr zu ändern. Beim nächsten Mal weiß ich es besser. Ich habe übrigens auch nicht jede Naht gesteppt, sondern nur die großen Dreiecke die sich durch das Muster ergeben haben und die Reihen oben und unten sowie die Reihen links und rechts neben dem Stern. 
Im Nahtschatten zu nähen ist nicht ganz einfach. Zwar wurden meine Nähte immer besser, aber trotzdem habe ich das ein oder andere Mal daneben genäht. Mit ein Grund, warum ich nicht jede Naht gesteppt habe. Aber ich wollte auch vermeiden, dass der Quilt so hart wird. Je mehr Nähte, desto fester wird das fertige Stück am Ende. Ich wollte es auf jeden Fall schön kuschelig, denn die Decke ist mein neuer Couchbegleiter. 
Zum Quilten habe ich auch noch einige Tipps bekommen. Besonders gut geht es wohl mit Gummihandschuhen, bzw. Handschuhen mit Stoppernoppen. Damit hat man etwas mehr Gefühl und Gripp wenn man die Stoffmassen unter der Maschine hin und her schiebt. Ich hatte solche Handschuhe nicht, kann mir das aber sehr gut vorstellen. Es war schon recht anstrengend mit dem vielen Stoff, der seinen eigenen Kopf hat;-) Langsam nähen soll man auch. Das habe ich; musste ich auch und Pausen habe ich auch eingelegt. Der ein oder andere mag jetzt lachen, aber es war wirklich anstrengend. Das Schieben der Stoffmassen und die Konzentration die man dafür benötigt gehen auf Schulter und Nacken und strengen echt an. Übrigens habe ich zum Nähen den Schmalkantfuß genommen. Dieser hat eine Führungsschiene in der Mitte, die das Nähen im Nahtschatten etwas erleichtert. Eine Geling-Garantie ist es aber auch nicht. Es ist auf jeden Fall, wie so vieles im Leben eine reine Übungssache würde ich mal behaupten. Ach ja genau: den Tipp habe ich auch noch bekommen. Erstmal üben. Das habe ich übrigens auch gemacht. An meinem Januarblock von 6 Köpfe 12 Blöcke. Ein paar Nähte benötigt es wirklich, bis man ein Gefühl dafür bekommt. Meinen Übungsblock werde ich bei Gelegenheit nochmal auftrennen und das ganze nochmal ordentlich wiederholen. Jetzt habe ich ja ein wenig Übung. Der Block ist nämlich wirklich hübsch geworden und ich möchte Ihn auf jeden Fall aufhängen.
Nach dem Quilten habe ich mein Sandwich ordentlich getrimmt und alle Kanten sauber abgeschnitten.


Dann gings weiter mit dem gemütlichen Teil: Dem Binding mit der Hand. Es gab Zeiten, da fand ich das Nähen mit der Hand ganz furchtbar. Ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, warum Menschen so etwas freiwillig machen. Es dauert ja schließlich Ewigkeiten und mit der Maschine ist es doch viel ordentlicher ...dachte ich. Aber stimmt das wirklich? Nein! In diesem Punkt habe ich meine Meinung geändert. Gerade hier bei dem Quilt, sollten das Muster und die Stoffe in den Vordergrund treten. Ich liebe Ziernähte, aber hier stören sie nur. Deshalb habe ich auch unsichtbar im Nahtschatten genäht. Das wollte ich natürlich nicht mit dem Binding wieder zunichte machen. Außerdem ist es auch sehr schön, mit der Familie auf der Couch zu sitzen und dort zu nähen. Natürlich dauert es länger. Für mein Binding habe ich vier Tage gebraucht. Aber was soll's. Mich hetzt ja keiner.

Das Binding habe ich übrigens nach einer Anleitung von Bernina genäht. Auch bei Schnick Schnack Quilts and more findet ihr eine gute Anleitung dazu. Mein Binding habe ich 6,5 cm breit zugeschnitten, mittig gebügelt und zu einem 7,5 Meter langem Streifen verbunden. Wie genau es angenäht wird, schaut ihr am Besten in den beiden verlinkten Anleitungen nach. Nach diesem System funktioniert es super und das Binding ist mir echt gut gelungen. Auf Instagram habe ich meine Schritte übrigens in einem Highlight gespeichert. Da könnt Ihr ggf. auch nochmal nachschauen. 

Und jetzt? Jetzt kuschele ich unter meinem Quilt auf der Couch. Ich bin froh und stolz diesmal durchgehalten zu haben. Die viele Arbeit hat sich gelohnt. Und ganz ehrlich: Ich finde die Resteverwertung viel toller als meinen ersten Versuch bei dem ich unzählig viele Stoffe gesammelt habe die mit Farbe und Muster zusammen passen sollten. Das war auf jeden Fall teures Lehrgeld. Hier hat mich das Topp nichts gekostet und die tollen Reste die ich eh nicht wegschmeißen kann (mir würde das Herz bluten), die aber meist auch nicht für ein neues Projekt reichen, haben endlich eine sinnvolle Verwendung bekommen. Es stecken so viele schöne Erinnerungen darin. Da ist ein uralter Stoff bei, der als ich Kind war unsere Küche schmückte. "My liber-T" ist mein allererstes Farbenmix-Stöffchen gewesen welches ich damals auf dawanda gekauft habe. Die Stoffe von Zwergenschönste habe ich vor einigen Jahren auf der Creativa in Dortmund gekauft und die gelben Sterne, als ich letztes Jahr mit meiner Freundin auf der Infa Kreativ in Hannover war. Die Riley Blake Stoffe sind glaube ich mit die ersten, die bei meiner Mama in ihren Online-Shop eingezogen sind. … Reste von Blusen, Kissen, Taschen, Geschenken. Jedes bunte Stoffstückchen was ich vernäht habe, hat seine eigene kleine Geschichte. Ich finde ein Nähprojekt kann kaum schöner sein.

Habt's fein. Ich wünsche Euch eine bunte Woche.
Bis die Tage, keine Frage;-)
Eure Colle


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Für Werbung werde ich nicht bezahlt und bin dazu nicht verpflichtet. Das 60 Grad Dreieck, die mobile Schneidematte sowie die Quiltnadeln waren PR-Samples wurden mir kostenlos von Prym zur Verfügung gestellt.